Mittelfristprognose überschätzt EEG-Umlage

Am 15.11.2011 haben die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet, 50Hertz, Amprion und EnBW Transportnetze ihre EEG-Mittelfristprognose veröffentlicht. Demnach (…)

Am 15.11.2011 haben die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet, 50Hertz, Amprion und EnBW Transportnetze ihre EEG-Mittelfristprognose veröffentlicht. Demnach soll die EEG-Umlage im Jahr 2013 auf zwischen 3,66 und 4,74 Cent/kWh ansteigen. Zum Vergleich: Dieses Jahr beträgt die EEG-Umlage 3,53 Cent/kWh und im kommenden Jahr wird sie auf 3,59 angehoben.

Laut Bundesumweltministerium zeichnet die Berechnung kein realistisches Bild der zukünftigen EEG-Umlage, weil die zugrundliegenden Annahmen den Zubau der erneuerbaren Energien überschätzen und unklare Sonderfaktoren wie die sogenannte Liquiditätsreserve miteinberechnet werden. Bereits in der Vergangenheit hatten sich Prognosen der ÜNB häufig nicht realisiert.

Ein genauer Blick auf die Berechnungen der ÜNB zeigt auch, dass Verursacher möglicher Kostensteigerungen nicht allein der Zubau der Photovoltaik und der Offshore-Windenergie ist.

Vielmehr ist es so, dass die Umlagekosten durch die stärkere Privilegierung der energieintensiven Industrie im Rahmen der EEG-Novelle 2012 auf weniger Schultern verteilt werden. Laut Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) steigt die Zahl der Unternehmen, die von der EEG-Umlage befreit werden von 570 in diesem Jahr auf 6.000 im Jahr 2012 an.

Weiterhin bleiben Kostensenkungspotenziale, die sich aus dem verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien ergeben, von den ÜNB ungenutzt, indem preisdämpfende Wirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien auf den Börsenstrompreis (Merit-Order-Effekt) von immerhin 0,5 Cent/kWh im Mittel im Jahr 2010 nicht an die Endkunden weitergegeben werden.

Die EEG-Mittelfristprognose der ÜNB

Analysen zum Merit-Order Effekt erneuerbarer Energien des Bundesumweltministeriums, Update 2010

  • Facebook
  • Twitter
  • del.icio.us
  • Google Bookmarks